20.10.2025
Lars Tiemerding erhält seinen Meisterbrief und steigt nun in den Familienbetrieb ein
Große Freude im Malerbetrieb Tiemerding über eine elementare Weichenstellung: Lars Tiemerding, Sohn von Andreas, der den Betrieb derzeit in zweiter Generation führt, hat seinen Meisterbrief im Maler- und Lackiererhandwerk in der Tasche und ist nun in den Familienbetrieb eingestiegen - mit der Absicht, perspektivisch das Unternehmen in der dritten Generation in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu führen.
Lars Tiemerding erwarb 2016 das Abitur am Gymnasium Antonianum in Vechta, ehe er zunächst eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten absolvierte und zwei Jahre in diesem Beruf arbeitete, bevor er sich für den Branchenwechsel entschloss. “Mir ist klar geworden, dass ausschließlich Büroarbeit auf Dauer nicht das Richtige für mich ist”, erklärt er.
Also schnupperte er 2021 ganz unverbindlich in den Malerbetrieb Tiemerding hinein. “Um zu schauen, ob es passen könnte.” Und es passte. So begann er 2022 eine auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zum Maler und Lackierer, die er 2024 mit Diplom abschloss. Ab September 2024 ging es dann auf die Meisterschule und am 1. Oktober 2025 hielt er seinen Meisterbrief in der Hand. In den Prüfungen zuvor ging es unter anderem um fachpraktische, fachtheoretische und kaufmännische Inhalte sowie die Ausbildereignung. Mit positiven Gefühlen schaut Lars Tiemerding auf die Meisterschule samt Prüfungen zurück. “Es hat total Spaß gemacht, war aber auch anstrengend.”
Der Maler- und Lackierermeister erfreut sich heute an seinen abwechslungsreichen Aufgaben. “Natürlich gehören Büroarbeiten auch dazu, aber ebenso Tätigkeiten auf der Baustelle, so dass wir unsere Kunden ganz eng begleiten. Gestern zum Beispiel hatten wir zunächst ein Erstgespräch mit einem Kunden, dann ging es zu einer Abnahme. Diese Vielfalt ist sehr reizvoll.”
Er berichtet: “Oft kommen die Kunden mit noch nicht allzu detaillierten Vorstellungen zu uns. Das zu verstehen und in die richtigen Bahnen zu lenken, ist immer wieder herausfordernd, sehr individuell, super spannend und macht extrem Spaß.”
Lars Tiemerding hat in den vergangenen Jahren das Maler- und Lackierer-Handwerk in allen Facetten kennengelernt. “Ich habe unterschätzt, wie viel Tiefenwissen man als Maler doch benötigt, zum Beispiel hinsichtlich der physikalischen Aspekte in Bezug auf die verschiedenen Untergründe und Fußböden, die bearbeitet werden. Da muss man einiges auf der Kette haben.”
Der Umgang mit den Kunden macht Lars Tiemerding sehr viel Freude. “Wir kommen mitunter in private Räume der Kunden, die wir dann neu gestalten dürfen. Wenn anschließend etwas Tolles entstanden ist und man die Freude der Kunden spürt, gibt einem das ein sehr schönes Gefühl”, sagt der Dinklager, der gerne mit Vorher-Nachher-Fotos arbeitet.
Für die Zukunft sieht Lars Tiemerding den Fachkräftemangel als Herausforderung. “Es kommen immer weniger junge Menschen ins Handwerk. Daher muss man dem Personal bestmögliche Bedingungen bieten, um es für sich zu gewinnen.” Ein weiteres Thema ist die Digitalisierung. “Wir haben die Stundenerfassung und die Entwurfsplanung bereits digitalisiert und wollen diesen Bereich weiter vorantreiben.” Ferner spielen die immer weiter steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen eine große Rolle. “In diesem Bereich sind wir bereits sehr gut aufgestellt, weil wir besonders ökologische Farben und Spachtelmasse verarbeiten.” Auch die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte könnte ein Thema werden.
Trotz der Herausforderungen sieht Lars Tiemerding mit viel Optimismus in die Zukunft. Das liegt einerseits am Kundenstamm, der immer offen für neue Ideen ist und auch abseits der Norm Projekte umsetzen möchte. Auf der anderen Seite steht ein extrem gut geschultes zehnköpfiges Mitarbeiterteam, das sich untereinander super ergänzt.
Das erlaubt es, ein großes Portfolio an Leistungen anbieten zu können, zu denen neben Maler- und Lackierarbeiten im Innen- und Außenbereich auch Sondertechniken, hochwertige Wandbeläge, fugenlose Bäder sowie Bodenbelags- und Parkettarbeiten gehören. Auch hochwertige Sanierungen im privaten Bereich bleiben ein Schwerpunkt.
Der 27-Jährige ist als angestellter Meister im Betrieb tätig und entlastet seinen Vater Andreas in allen Tätigkeitsbereichen. So kümmert Lars Tiemerding sich unter anderem um die Finanzbuchhaltung und die Materialbestellung. Die Arbeit am Kunden teilen Vater und Sohn sich auf. “Einige Termine nehmen wir auch gemeinsam wahr.”
Lars Tiemerding ist voller Motivation, jetzt durchzustarten. Geplant ist, dass er ab 2027 mit in die Geschäftsführung einsteigt und sein Vater sich dann ganz behutsam und sukzessive aus dem Tagesgeschäft zurückzieht.
Für Lars Tiemerding ist es eine ehrenvolle Aufgabe und eine tolle Herausforderung, den Betrieb perspektivisch in dritter Generation zu führen. “Es bedeutet mir und meiner Familie viel. Es ist schön, Freude und Stolz in der Familie zu spüren.”
Das bestätigt auch sein Vater: “Ich freue mich tierisch, dass Lars sich aus völlig freien Stücken für diesen Weg entschieden hat. Einen Betrieb in die dritte Generation zu führen, ist alles andere als alltäglich”, sagt Andreas Tiemerding und ergänzt: “Wenn Arbeit keine Arbeit ist, ist es das, was man tun muss.”
Andreas Tiemerding, der im Bereich Künstliche Intelligenz viel Entwicklungspotenzial für die Zukunft sieht, sagt: “Zum einen deckt Lars durch seine Ausbildung den buchhalterischen Teil super ab, zum anderen hat er auch fachlich extrem schnell dazugelernt und sich super entwickelt. Er ist schnell in den Produkten drin und ist in produkttechnischer Hinsicht schon besser als ich.” Auch die Zusammenarbeit zwischen Vater und Sohn funktioniert einwandfrei. “Wir harmonieren sehr gut. Dass wir auch mal unterschiedlicher Meinung sind, ist normal und muss auch so sein. Schließlich muss man als Unternehmer immer innovativ bleiben und auch risikobereit sein.”Und so schauen alle Beteiligten mit großer Vorfreude und Neugier in eine spannende Zukunft.