19.10.2025
Klimaschutz: Stadt Dinklage startet Wärmeplanung
Gemeinsam für Wärmewende, Klimaschutz und Energieversorgungssicherheit: Die Stadt Dinklage hat nach erfolgreicher Einwerbungvon Fördermitteln beim Bund den Startschuss für die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans gegeben. Ziel ist es, die Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 klimaneutral aufzustellen. Unterstützt wird die Stadt dabei vom regionalen Energienetzbetreiber EWE NETZ, der die Ausschreibung für sich entscheiden konnte.Der Wärmeplan soll den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen künftig Sicherheit darüber geben, ob und mit welcher zentralen oder dezentralen Wärmeversorgung sie vor Ort rechnen können. Der Planungsprozess dauert insgesamt ein Jahr und wurde am 25. September 2025 offiziell gestartet und soll Ende März abgeschlossen sein.Bürgermeister Carl Heinz Putthoff: „Die Wärmewende ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Mit der Kommunalen Wärmeplanung schaffen wir Klarheit für die Zukunft und stellen sicher, dass Dinklage seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Gleichzeitig freue ich mich, mit EWE NETZ einen erfahrenen Partner an unserer Seite zu haben, der uns mit Know-how und praxisnahen Lösungen unterstützt.“Vier Projektphasen bis zur WärmewendestrategieDie Kommunale Wärmeplanung in Dinklage gliedert sich in vier Phasen:1. Bestandsanalyse – Erhebung des aktuellen Wärmebedarfs, Gebäudetypen, Heizsysteme sowie eine Energie- und Treibhausgasbilanzierung.2. Potenzialanalyse – Ermittlung lokal verfügbarer erneuerbarer Energiequellen, wie Solarthermie, Biomasse, Geothermie oder industrielleAbwärme.3. Zielszenarien – Entwicklung von Zukunftsmodellen für die Wärmeversorgung bis 2040, inkl. Optionen für Wärmenetze und dezentrale Lösungen.4. Wärmewendestrategie – Erstellung eines Maßnahmenkatalogs mit mindestens fünf konkreten Projekten, die innerhalb der nächsten Jahre umgesetzt werden sollen.„Für die Stadt Dinklage erarbeiten wir technologieoffen einen Wärmeplan, der sowohl Klimaneutralität als auch Versorgungssicherheit verbindet. Mit dem Digitalen Zwilling schaffen wir eine fundierte Grundlage für Entscheidungen, die langfristig Bestand haben”, sagt Oliver Seel, Projektleiter bei EWE NETZ.
„Der Wärmeplan schreibt niemandem vor, wie künftig geheizt werden muss“, sagt Dinklages Klimaschutzmanager André Woelk. Stattdessen zeige der Plan auf, welche Lösungen in welchen Gebieten sinnvoll seien – ob ein Anschluss an ein Wärmenetz oder eine dezentrale Lösung wie Wärmepumpen, so Woelk weiter. Während des Planungsprozesses werden Bürgerinnen und Bürger, die lokale Wirtschaft sowie weitere Interessengruppen eingebunden – durch Fachgespräche, Workshops und Informationsveranstaltungen.Ein zentrales Instrument ist der sogenannte „Digitale Zwilling“ der Stadt Dinklage. Dabei handelt es sich um ein webbasiertes Softwaremodul, das die gesamte Kommune digital abbildet. Der Digitale Zwilling macht Wärmebedarf, Gebäudestrukturen, Energieträger und Potenziale erneuerbarer Energien transparent sichtbar und ermöglicht Simulationen verschiedener Szenarien.Die Kommunale Wärmeplanung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie basiert auf dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) des Bundes und dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG). Sie dient dazu, die Vorgaben der Bundesregierung zu erfüllen, bis spätestens 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Deutschland sicherzustellen.Die Maßnahme wird mit Bundesmitteln - administrativ begleitet und verwaltet durch die „Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH“ - gefördert.